Montag, 14. Juni 2010

Buchstaben lernen: Es gibt viele Möglichkeiten ...

Es wird viel darüber diskutiert, ob es sinnvoll sei, Kindern schon vor der Einschulung die Buchstaben beizubringen. Die Liste des Für und Wider ist ellenlang.
»Buchstaben lernen sollen die Kinder in der Schule! Vorher sollen sie spielen, denn sie haben es später noch schwer genug«, führen die Gegner des frühkindlichen Buchstabierens oft ins Feld.
»Die Schulzeit wird so schwierig, da können die Kleinen nicht früh genug anfangen«, erwidern die Befürworter.

Irgendwie haben beide Seiten recht, da sie die Sache meist etwas einseitig von erwachsener Warte aus betrachten. Buchstaben lernen = Schwerstarbeit = Stress, so hat es sich uns eingeprägt. Und wer wollte seine Kinder nicht möglichst lange vor Stress bewahren?

Warum also sollten Vorschulkinder Buchstaben lernen?
Die Antwort ist ganz einfach: Weil fast alle Kinder sich schon lange vor der Einschulung dafür interessieren. Und das, je mehr von den größeren Menschen in ihrer Lebensumwelt gelesen wird. Sitzt Mama mit einem Buch in der Hand da, lässt die Frage nicht lange auf sich warten: »Mama, was steht da?« Blättert Papa in der Zeitung, taucht bald ein kleines, interessiertes Gesicht neben ihm auf und fragt: »Papa, welcher Buchstabe ist der spitze da?« Sollte man diese Fragen unbeantwortet lassen, nur weil irgendjemand gesagt hat, Kinder sollten vor der Einschulung nicht lesen können? Ich denke: Nein.

Buchstaben lernen: Warten Sie auf das Startsignal, das von Ihren Kindern ausgeht!
Kindern einmal gestellte Fragen nicht zu beantworten, weil sie einem »verfrüht« erscheinen, ist genauso sinnlos, wie ihnen Dinge beizubringen, die sie (noch) nicht interessieren. Lassen Sie Ihr Kind das Tempo bestimmen und akzeptieren Sie, dass dieses Tempo von Kind zu Kind unterschiedlich ist. Alles, was man tun sollte, ist, den Kindern nichts in den Weg zu legen.
Wenn ein Kind beginnt, nach Buchstaben zu fragen, dann nutzen Sie dieses Interesse und machen Sie ein Spiel daraus.
Buchstaben sind ein unerschöpfliches Spielfeld: Sie lassen sich malen, schreiben, aus Knete oder Pappmachee formen. Sie können Buchstabenplätzchen backen, aus Zeitungsbuchstaben Collagen basteln oder Ihr Kind einfach mit ins Buch schauen lassen, wenn Sie ihm vorlesen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Buchstaben lernen: Eines sollten Sie NIE tun!
Erzählen Sie Ihrem Kind niemals, dass es die Buchstaben später in der Schule »können muss, damit es gute Noten bekommt.« Von solchen Leistungsanforderungen weiß ein Vorschulkind im Idealfall gar nichts. Wenn die sich erst eingeschlichen haben (spätestens in der zweiten Klasse), geht die Lernfreude sowieso den Bach hinunter. Denn dann geht es ja nur noch um langweilige NOTEN, nicht mehr um BUCHSTABEN ...



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