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Sie sind der Meinung: Wir haben zwölf Jahre Schulpflicht, da wird mein Kind schon alles Lebensnotwendige lernen? – Diese Auffassung ist leider nicht immer richtig. Laut einer Meldung auf derwesten.de leben in einer Stadt wie Düsseldorf etwa 25.000 Analphabeten. 25.000 Menschen, die sich mehr schlecht als recht durch ihr Erwachsenenleben mogeln. Laut statistischer Erhebung lebten im Jahre 2007 585.054 Menschen in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Bringt man in Anrechnung, dass in dieser Zahl auch Babys und (jüngere) Schulkinder inbegriffen sind, so kann man sich vorstellen, wie groß das Problem in der erwachsenen Bevölkerung bereits ist.
Wie entsteht Analphabetismus?
Ist ein Mensch normal intelligent, was bei den meisten Analphabeten der Fall ist, so ist er auf jeden Fall in der Lage, die Buchstaben voneinander unterscheiden zu lernen. Der eine mehr, der andere weniger, nicht jeder kann ein Goethe sein. Fakt ist: Geht jemand ohne gefestigte (Grund)kenntnisse im Schreiben und Lesen von der Schule ab, so ist im Vorfeld vieles schiefgelaufen, und nicht alles davon kann man dem Schulsystem anlasten.
- Analphabeten stammen meist aus Elternhäusern, in denen Buchstaben so gut wie nicht vorkommen. Gehören Bücher (oder wenigstens Zeitungen) nicht zur häuslichen Lebenswelt, so tut sich ein Kind später damit genauso schwer, als sollte es eine Reise ins Weltall unternehmen. Schon der Anblick einer lesenden Mutter, eines schmökernden Vaters unterstützt den Prozess des Lesenlernens, denn dadurch werden Vorbilder gesetzt, denen ein Kind selbstverständlich nacheifert.
- Vielen Analphabeten hat es an Lob, Aufmerksamkeit und Ermutigung gefehlt. Wenn sich ein Kind anfangs schwer tut mit dem Lernen der Buchstaben, dann reagieren manche Eltern panisch und deshalb falsch. Sie fangen an, an ihrem Kind herumzunörgeln. Dies gipfelt teilweise in Sätzen wie: »Dafür bist Du wohl zu dumm.« Motivierend, nicht wahr? Einfacher ist es auf jeden Fall: Statt sich lange mit dem Kind hinzusetzen und zu üben, enthebt einen diese »Diagnose« solcher Mühen.
- Versagt nach solchen frühkindlichen Fehlentwicklungen nun auch noch das letzte Glied in der Kette: das Schulsystem, dann ist ein Dasein als Analphabet vorprogrammiert. Unfassbar, aber wahr: Es gibt tatsächlich Menschen, die es geschafft haben, die Hauptschule erfolgreich zu durchlaufen, ohne jemals Lesen und Schreiben gelernt zu haben. Denn es ist schlicht niemandem aufgefallen. Ob es interne Dienstanweisungen gibt, Schüler mit solchen Schwierigkeiten irgendwie mit durchzuschleppen, damit die eigene Erfolgsquote geschönt wird? Ich weiß es nicht.
Ersparen Sie Ihrem Kind ein solches Leben, denn es hat Besseres verdient!
Behalten Sie die Schulfortschritte gerade in der Grundschule aufmerksam im Auge. Ihr Kind tut sich mit dem Lernen der Buchstaben hart? Dann üben Sie rechtzeitig mit ihm. Nein, überlassen Sie es keinem Nachhilfelehrer, tun Sie es selbst. Dies stärkt die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Kind, und Ihr Kind macht die grundlegende Erfahrung, dass es sich auch dann auf Sie verlassen kann, wenn mal etwas nicht so gut läuft.
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