Mittwoch, 24. August 2011

Wortschatz erweitern und Buchstaben lernen

Buchstaben lernen
durch ABC-Gedichte:
ABC Walpurgisnacht!
Neulich stolperte ich im Rahmen einer Diskussion mal wieder über den Begriff »kindgerecht«. In den letzten Jahren ist er zu einem wahren Totschlagargument geworden. Klar, niemand wird seinen Kindern zum Einschlafen ein Kapitelchen Stephen King vorlesen. Eltern wissen sehr wohl, was sie ihren Kindern zumuten können und was nicht. Sie kennen Vorlieben und Entwicklungsstand der Kleinen und haben meist ein gutes Gespür für die Auswahl der passenden Literatur bzw. beziehen die Kinder bei der Entscheidung mit ein.

Was bedeutet der Begriff »kindgerecht« in der Literatur? Mit welcher Geisteshaltung ist ein Buch verfasst worden, wenn es sich selbst dieses Adjektiv verleiht? Eltern sollten sich bewusst machen, dass als »kindgerecht« nicht nur Bücher bezeichnet werden, deren Inhalt durchweg freundlich und positiv gestaltet ist, unter Verzicht auf ängstigende Abgründe und Gewalt, sondern dass es oft auch die verstümmelte Sprache ist, die ein Buch »kindgerecht« macht. Da gilt es sogar als Werbeargument (!), wenn ein Buch nur aus kurzen, einfach gestrickten Sätzen mit anspruchslosem Vokabular besteht. Knappe Textblöcke, unterbrochen durch viele Illustrationen, erzeugen so die Illusion eines Buches.

Eine Studie, von der ich vor nicht allzu langer Zeit gelesen habe, brachte es ans Tageslicht: Galten früher Sätze aus bis zu 21 Wörtern für normal intelligente Erwachsene noch als leicht lesbar, so ist diese Grenze heutzutage abgesunken: Elf Wörter, so die Studie, seien für einen heutigen Erwachsenen noch aufnehmbar, dann solle besser ein Punkt kommen, um den Leser nicht zu verwirren. Ich frage mich, ob da nicht ein Zusammenhang besteht mit der oft infantilen Kinderliteratur, die sich in den letzten Jahrzehnten ausgebreitet hat. Klar ist: Gewohnheiten, die wir in sehr jungen Jahren erwerben, sind nur schwer wieder abzulegen. Gewöhnt sich ein Kind daran, dass ein gewöhnlicher Text aus ausdrucksarmen, verstümmelten Wortgebilden besteht, wird es später nur noch schwer für Besseres zu begeistern sein.

Ich finde: Wir sollten unseren Kindern mehr zutrauen. Wir sollten richtige Geschichten in ganzen Sätzen, bestehend aus reichhaltigem Vokabular, gegen die literarische Monokultur setzen. Ist es ein Nachteil, wenn Kinder in ihren Büchern neue Wörter entdecken, deren Bedeutung sie sich durch Nachfragen erschließen müssen? - Kinder sind nicht blöd. Nur klein.

Buchstaben lernen durch ABC-Gedichte
Rhythmus und Reimform von Gedichten prägen sich sehr leicht ein. Die Gedichtform ist deshalb hervorragend geeignet, wichtige Lerninhalte zu transportieren und sie für das Gehirn vernetzbar zu machen. Das Vorlesebüchlein »ABC Walpurgisnacht!« enthält witzige ABC-Gedichte, die den Wortschatz erweitern und das lebendige Sprachgefühl fördern. Die Rahmenhandlung lässt die Kinder an einer turbulenten Walpurgisnachtfeier teilnehmen, an der auch die vorlesenden Erwachsenen ihren Spaß haben.

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